Es ist schon sehr überraschend, wie unterschiedlich Diskussionen zum Haushalt wahrgenommen werden. Besonders dann, wenn man selbst an der Gemeindevertretersitzung teilgenommen hat und anschließend die Berichterstattung dazu liest.
Ja, es hat Diskussionen zum geplanten Personalentwicklungskonzept gegeben. Ja, es gab unterschiedliche Auffassungen. Bemerkenswert ist jedoch, dass die MAZ nur über die kritischen Stimmen berichtet hat, die Befürworter fanden hingegen nicht statt. Hilfreich für die neutrale Beurteilung des Vorganges wäre auch die sachliche journalistische Darstellung der Funktion und des Stellenwertes eines Personalentwicklungskonzeptes gewesen.
Noch erstaunlicher sind aber die Kommentare der Kollegen, insbesondere von der CDU. Sie legen ein beredtes Zeugnis ab. Es geht den Kommentatoren nicht um Sachlichkeit, sondern um pure Polemik bar jeder Sachkenntnis.
Das fehlende Personalentwicklungskonzept wurde seit Jahren durch die Mitglieder des Wirtschafts- und Finanzausschusses und auch des Hauptausschusses bemängelt und eingefordert. Insbesondere immer dann, wenn es um die Fehlleistungen der Kämmerei bei der Haushaltaufstellung und
-durchführung ging bzw. um die Jahresabschlüsse. Stets wurden die nicht gehaltenen Termine mit fehlendem Personal begründet. Das gleiche Problem tauchte beim Aufbau des Ratsinformationssystems auf. Ganz zu schweigen von den fehlenden Protokollen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, wenn Herr Hepp die fehlenden Protokolle allein der jetzigen Verwaltung zuschreibt. Zu Wahrheit gehört, dass 14 der fehlenden Protokolle, also fast die Hälfte, noch aus der Amtszeit von Herrn Ahlgrimm stammen.
Im Übrigen wurde die Notwendigkeit eines Personalentwicklungskonzeptes sowohl im Hauptausschuss als auch im Wirtschafts- und Finanzausschuss diskutiert. Damit war das Thema in den dafür zuständigen „Fachausschüssen“. Von letzterem stammte auch der Vorschlag mit dem Sperrvermerk.
Zum Schluss noch zwei Anmerkungen zur Notwendigkeit eines Personalentwicklungskonzeptes, wie ich sie schon in der Gemeindevertretersitzung gemacht habe.
1. Unsere Gemeinde wächst. Das bedeutet, durch die Verwaltung sind allein in den Bereichen Bau und Soziales (Kindertagesbetreuung, Schule, Seniorenarbeit) eine Vielzahl neuer Aufgaben zu lösen.
2. Mit der Digitalisierung der Verwaltung und der Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes kommen völlig neue Anforderungen auf die Verwaltung, auf die Mitarbeiter zu.
Das bedeutet, die Organisationsstruktur sollte extern überprüft werden und darauf aufbauend ein Personalentwicklungskonzept erstellt werden, das die Entwicklung einer zukunftssicheren Personalstruktur beschreibt. Die Ergebnisse können der Gemeindevertretung und den Bürgermeister helfen die richtigen Personalentscheidungen zu treffen.


Helmut Barthel, Vorsitzender des Wirtschafts- und Finanzausschuss der Gemeinde Großbeeren